Und Es War Sommer........

#1
Plötzlich nahm sie wieder diesen Geruch wahr, nach billigem Rasierwasser, vermutlich irgend eines, eines Discounters, der ihr auch während des vorangegangenem ersten kurzem Treffen in einem Lokal auf neutralem Boden an ihm sofort auffiel.
Er befand sich also wieder im Raum.
Auf den ersten Blick wirkte er nicht einmal unsympathtisch, war schlank, machte einen gepflegten Eindruck und war so um die Dreißig rum. Seine schmalen Lippen, sowie sein Blick, der etwas Stechendes an sich hatte, passten durchaus zu dem Typ Mensch, den sie sich für so etwas vorstellte.
Sie wusste, sie hatte einen großen Fehler gemacht, indem Sie ihn darüber aufklärte, warum für sie absolute Diskretion so überaus wichtig war, und was für sie davon abhing.
Es war ihr auf einmal klar geworden, er hatte Sie dadurch völlig in der Hand, sie hatte absolut keinerlei Kontrolle, keinen Einfluss mehr über den Verlauf der weiteren Dinge.
Er war intelligent genug, um nun zu wissen, dass sie sich keinerlei anschließendes Aufsehen, gleich welcher Art leisten konnte.
Ganz davon abgesehen, dass sie vorher genau wusste, was auf sie zukam?!
Ihr feines Gespür, ihr Verstand, hatten sie im bisherigen Leben stets und zuverlässig vor bestimmten Situationen bewahrt.
Sie war eine äußerst selbstbewusste und starke Persönlichkeit und sich dessen auch bewusst.
Dieses eine Mal jedoch hatte sie nicht wie gewohnt funktioniert – nicht funktionieren wollen, und deshalb jetzt in wirklicher Bedrängnis.
Ihr sich überschlagender Gedankenfluss wollte nicht abreißen.
Sie spürte seine Blicke förmlich, ohne dass sie ihn sah.
Er hatte sich an die Vereinbarung gehalten, um Spuren an den Handgelenken zu vermeiden, hatte er diese jeweils mit einer breiten Krawatte fixiert .
Sie lag rücklings auf einem präpariertem französischem Bett, die Hände hinter dem Kopf zurückgebunden, die Fußgelenke mit grobem Hanfseil jeweils am linken und rechten Bettende festgeschnürt.
Die weiße Hautfarbe der beiden Körperregionen, die wohlgeformten nicht zu üppigen Brüste und des Dreiecks unterhalb des Bauchnabels bildeten nicht nur einen enormen farblichen Kontrast zu dem übrigen, durchweg gut gebautem Körper, sondern hatte ja auch noch gewisse andere Aussagekraft.
Die offensichtlich auf ihr haftenden Blicke machten ihr weitaus weniger aus, als sie anfänglich annahm. Sie war sogar in der Lage, trotz verschiedenen extremen unterschiedlichen Einflüssen, die momentan auf sie einwirkten, es nicht als unangenehm zu empfinden.
Jetzt fielen ihr die drei großen Spiegel auf, in einem steckte seitlich im messingfarbenem, mit verschlungenen Strukturen versehenem Rahmen eine Postkarte. Sie wunderte sich nur etwas über das Vorhandensein von drei Spiegeln. Ansonsten aber maß sie ihnen keine weitere Bedeutung bei.
Hätte Sie auch nur andeutungsweise den wahren Grund des Vorhandenseins der Spiegel geahnt, die Entscheidung bezüglich dieses Tages wäre anders verlaufen.
Hinter den ca. 100 x 80cm großen Spiegeln verbargen sich Kabinen, die immer anlässlich eines so wie heute stattfindenden Ereignisses mit Zaungästen besetzt waren.
Diese zahlenden Zaungäste bestimmten den Ablauf der Ereignisse vor dem Spiegel.
Vorweg war ein bestimmter Grundbetrag zu entrichten. Danach hatte man die Möglichkeit, zehn Minuten zu buchen - es erhielt immer die Person den Zuschlag, die den höchsten Betrag eingab.
Wenn man also sicher sein wollte, dass man den Zuschlag erhalten würde, um anschließend für den gebuchten Zeitraum seine Vorstellungen zu realisieren, sollte man schon etwas großzügiger sein.
In aller Regel wurde dann vollzogen, was gewünscht wurde.
Es war ein sehr kleiner und geschlossener Kreis, der diese angesagten Vorstellungen besuchte und nahezu fast unmöglich, dieser Gruppe beizutreten. Nur auf ausdrückliche Empfehlung eines Mitgliedes hin. Anonymität war ebenfalls gewährleistet. Niemand wusste für gewöhnlich, wer gerade sein Kabinennachbar war. Auch musste man sich, trotz des kleinen Kreises, nicht zwangsläufig kennen.

Das erste Gebot stand bereits. Einer der anwesenden Gäste hatte offenbar die Absicht, gleich scharf vorzugehen. Ein kleines Mikrophon im Ohr versetzte den Akteur vor den Kabinen in die Lage, deren Wünsche übermittelt zu bekommen, ohne dass die Betroffene etwas davon mitbekam, geschweige denn im geringsten davon ahnte, und sie natürlich sofort umzusetzen.

So bemerkte sie erleichtert, wie er vortrat, ein Schlauchende aufs Bett warf und ihre Fesseln löste.
Sollte es wider erwarten doch nicht so schlimm werden? Etwas Erleichterung breitete sich in ihr aus. Per Handzeichen gab er zu verstehen, hochzukommen.
Etwas mühsam erhob sich nun, die stramme Bondage zeigte bereits erste Wirkung.
Sie war aber überglücklich, aus dieser, wie sie fand, entwürdigenden Position befreit worden zu sein. Auch aufrecht stehend machte sie, wie bereits vorher schon, eine wirklich gute Figur.
Erneut band er ihre Handgelenke mit einer Krawatte hinter dem Rücken zusammen, legte ihr eine Ledermanschette um den Hals, befestigte eines dieser rauen Hanfsseile an der Krawatte, welche ihre Handgelenke zusammenhielt, indem er es zwischen ihren zusammengebundenen Händen durchschlang, zog dann das Hanfseil zwischen ihren Schenkeln durch und befestigte es stramm an dem Ring, mit welchem die Vorderseite der Halskrause ausgestattet war.
So verschnürt stand sie nun etwas verwirrt über den doch recht zügigen erneuten und offensichtlicher Weise professionellen Ablauf, in leicht gebückter Haltung, da ein aufrechtes Stehen ihr so unmöglich schien.

Ein lautes, hässliches Wimmern durchzog die Luft, ein heftiger Schmerz durchströmte ihren Oberschenkel. In barschem Tonfall vernahm sie zwei Worte: „aufrecht stehen“.
Derweil sie nach Kräften bemüht war, dieser Aufforderung nachzukommen, der Strick ihre Hände hinter ihrem Rücken noch mehr zusammenschnürte, sich zwischen ihren Schenkeln tief eingrub, vernahm sie erneut dieses scheußliche Wimmern. Wieder ein stechender Schmerz im Oberschenkel!
Erneut unternahm sie, schon etwas verzweifelt, den Versuch, unter Qualen ihre Haltung noch einmal zu verbessern, den sie aber offenbar zur Zufriedenheit der Kabine Drei vollendete, denn es folgte kein weiteres Luftröhren, sondern lediglich ein: „Warum denn nicht gleich so“.

Während sie nun schmerzgepeinigt in dieser für sie unerträglichen aufrechten Haltung stand, nicht wissend, wie lange sie in der Lage sein würde, so auszuharren, erhielt Kabine Drei erneut den Zuschlag. Noch konnte sie nicht ahnen, dass dies lediglich eine kleine Aufwärmübung für sie sein sollte und das große Finale noch bevorstand.


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Noch eine kleine Anmerkung, ich weiß sehr wohl, dass wir uns hier in einem Falaka Forum befinden.
Also bitte keine voreiligen Schlüsse ziehen und den nächsten Teil abwarten. Soviel sei schon verraten, es wird auch den Ansprüchen dieses Forums genüge getan.
Last edited by lupo47111 on 2008/11/06 - 18:10, edited 3 times in total.

Re: Und Es War Sommer........

#2
Da hast du ein wirklich nettes Szenario erschaffen, Lupo. :)
Dieser Raum baut sich sofort bildlich vor dem Auge des geneigten Lesers auf. Dazu ist es unglaublich interessant, zu erfahren, was die bemitleidenswerte Hauptperson gerade denkt und fühlt. Das bringst du perfekt herüber.
Man wünscht sich eigentlich nur noch eines: Man will hinter einem dieser Spiegel sitzen und den Zuschlag erhalten.

Mir gefällt deine Idee sehr und ich bin mir sicher, daß die Geschichte, wenn sie weiterhin so wirklichkeitsnah und prickelnd erzählt wird, noch einiges an Überraschungen, die auch in dieses Forum passen, bereit hält.

Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung! :cool:

Re: Und Es War Sommer........

#3
Danke für die erneute nette Kritik, almtante. Hoffe mit dem nächsten Teil ebenfalls nicht zu entäuschen.
Der steht im Grunde schon und hat noch eine nette kleine Überraschung parat. Stimmt übrigens, überlaufen scheint es hier wirklich nicht gerade zu sein.
Last edited by lupo47111 on 2008/11/06 - 18:01, edited 1 time in total.

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